Hier ist man ganz unter sich

Dank ADAC Campingführer (Grüße an Yogi ;)) haben wir ihn gefunden, den schönsten Campingplatz der Halbinsel Peloponnes – zumindest wenn man unserem Nachbarn, einem Niederländer aus Arnheim Glauben schenkt, der sie schon alle gesehen hat.

Wir selber finden ihn aber auch sehr schön. Der Innenraum unseres Womos war auf jeden Fall noch nie so kühl. Wir stehen inmitten eines kleinen Waldstücks, fußläufig vom Strand entfernt (50 m). Ein kleines Stück Paradies.

Vielleicht liegt es daran, dass es hier keine Dauercamper gibt und die wenigen Leute, die hier sind, eher alternativ eingestellt wirken, dass hier solch eine entspannte Atmosphäre herrscht. Weder Gartenzaun-Absperrungen, abwischbare Plastiktischdecken, noch holländische Windmühlen in Miniaturausgabe verschandeln die Idylle. Auch habe ich noch keine Kinder gesehen, die im Mini-Markt die Zigaretten für Papa besorgen müssen ;). Und man hört plötzlich wieder Deutsch, denn – im Vergleich zu den letzten Campingplätzen und Ländern – gibt es hier verhältnismäßig viele Deutsche, u.a. einige Lehrer, aus Unna, Mainz, dem Allgäu und München, mit denen wir zum Teil schon in nette Gespräche verfallen sind.

Bis hierher war es jedoch ein weiter Weg. Zwar liegen zwischen diesem und dem schönen, wenn auch sehr lauten Zeltplatz, auf dem wir Montagabend eingekehrt waren, nur 111 km, doch haben wir einen kleinen Umweg genommen ;).

Wieso den Navi-Ansagen trauen, wenn man hier doch sicherlich eine kleine Abkürzung nehmen kann? Papa stürzt uns ins Abenteuer… Also rein in den Feldweg und vorbeigeschoben an parkenden Vans und im Weg herumstehenden Olivenbäumen. Nur ein Auto versperrte uns schließlich so den Weg, dass wir beim Besitzer klingeln und ums Wegfahren bitten mussten 🙂 – um am Ende wieder dort zu stehen, wo wir vor einer gefühlten Ewigkeit mal abgebogen waren… nun mit einigen Schweißperlen mehr auf der Stirn. Und die griechische Schrift können wir mittlerweile auch ganz gut entziffern :).

Einen Trost haben wir jedoch: Egal, wie oft wir uns verfahren, verhungern bzw. verdursten können wir mit unseren 7 kg Orangen und Limetten an Bord eher nicht. Ich hatte einem Straßenverkäufer unsere letzten 4 Euro Kleingeld gegeben, ob ich dafür ein paar Orangen und eine Limette mitnehmen könne, hatte ich ihn mit Händen und Füßen versucht zu fragen. Er begann tüten- bzw. kiloweise Orangen und Limetten zu verpacken und abzuwiegen. Welche nicht mehr in die Tüten passten, drückte er mir lose in die Hand… Nun gibt es zu jeder Tages- und Nachtzeit frisch gepressten O-Saft 😊.

Und nun noch ein wichtiger Nachtrag vom Papa (8 Stunden nach Entstehung des obigen Textes):

Oh je … das haben wir dann so nicht erwartet. Hätten die Nachbarn nicht noch bleiben können??? So hat es uns dann hier doch noch getroffen: DIE PERFEKTEN DEUTSCHEN URLAUBER: Vater, Mutter und 2 Kinder (Sohn und Tochter natürlich). Besser hätte man das Drehbuch nicht schreiben können. Ein blitzeblanker neuer VW Passat (glaubt mir, der schaut aus, als wenn er gerade direkt aus dem Werk kommt), mit einem kleinen Wohnwagen hinten dran. Dat Teil war, ohne Mist, innerhalb von 5 Minuten 1A eingeparkt. Meinen Respekt hat er dafür. Das hatten wir bisher nicht gesehen! Alle anderen fuhren bisher ran und dann wurde mit der Hand reingeschoben.

So nachdem dies erledigt war, die nächsten 10 Minuten waren um, Rums die Bums … Vorzelt, Grill, Tisch und Fahrräder standen in Position. Man muss dazu sagen, den Rädern wurde noch einmal der richtige Luftdruck gegeben. Und dann der Knaller … es war alle hergerichtet und dann der Spruch: „Ein schönes Zuhause ist es geworden!“ … Ich lag innerlich flach vor Lachen. Man glaubt es kaum, doch es kommt noch besser:3 Minuten später bemerkte man auf dem Werksneuaussehenden Passi Blätter … ist auch echt ne Frechheit, dass die vielen Schatten spendenden Bäume, diese wahllos auf Autos donnern … Also hat man nach einem kurzen Arbeitskreis beschlossen, dass man entweder die Folie oder die Plane drüber legen muss … noch liegt aber nix … – wer weiß, sie sind vorhin weggefahren, vielleicht ja in die Autowaschanlage? Ansonsten können wir ihnen noch eine Fahrt durch Albanien empfehlen. Das Land besteht zu einem Großteil aus Autowaschanlagen 😄.

Wir fahren morgen besser weiter, nicht dass Papa auch noch so wird 😉.

 

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3 Gedanken zu „Hier ist man ganz unter sich&8220;

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