Und plötzlich ging alles ganz schnell

Seitdem wir Samos verlassen haben, meint es das Schicksal wirklich gut mit uns. Nachdem wir in Athen Samstagnacht erst gegen 2.30 Uhr die Fähre verließen, begaben wir uns zum Zeltplatz Glaros at the beach, den wir uns zuvor herausgesucht hatten. Leider gab es hier allerdings keinen Nachtportier, sodass wir die umliegenden Straßen nach einem geeigneten Stellplatz abfuhren, den wir recht schnell fanden. Bett runterklappen, Zähne putzen, gute Nacht. Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass wir in einer etwas betuchteren Gegend geparkt haben, nur ca. 50m vom Strand entfernt. Also Handtuch geschnappt und erstmal ab ins Meer. Ausreichend erfrischt wird anschließend alles zusammengepackt und auf der Weiterfahrt nach einer Gelegenheit zum Frühstücken gesucht. Auch hier werden wir recht schnell fündig. Ein stylischer Beach Club mit ebenso stylischen Gästen ☺️. Gut gestärkt begeben wir uns also auf die Weiterfahrt in Richtung Patras und machen einen Halt am Kanal von Korinth – recht beeindruckend!

Gegen 18 Uhr passieren wir die große Brücke und verlassen die Peloponnes. Durch Zufall entdecke ich einen Wegweiser zu einem Strand, dem wir folgen und kurz darauf mitten im Paradies stehen. Ein breiter Sandstrand mit Blick auf die Patras-Brücke sowie die Stadt am gegenüberliegenden Ufer. Wie sich wenig später herausstellt, insbesondere ein Paradies für Senioren, die am Abend hier flanieren, angeln und uns etwas argwöhnisch ansehen. Anyway, wir haben den Strand sowie eine Dusche direkt vorm Womo und müssen also nur rausspringen, wenn wir uns erfrischen wollen. Gesagt, getan geht es am Sonntagmorgen erst ins Meer und anschließend auf einen Freddo Espresso und ein Sandwich in eins der Strandcafés.
Um 13 Uhr treten wir schließlich die Weiterfahrt in Richtung Igoumenitsa an. Nachdem für uns eigentlich schon klar war, dass wir wohl erneut über Albanien/Montenegro/Kroatien nach Italien fahren müssen, geben wir innerlich doch noch nicht auf und wollen es am Hafen von Igoumenitsa noch einmal probieren, auf eine der Fähren in Richtung Italien zu kommen – und es klappt wirklich!!! Und das schneller als je gedacht.
Nach mehreren Stopps erreichen wir gegen 20 Uhr den Hafen, steuern das erstbeste Reisebüro an und sind keine 10 Minuten später um 300€ ärmer, haben dafür aber Tickets für die 23 Uhr-Fähre nach Brindisi vor uns liegen 😃.
Unzählige LKWs später darf auch unser Womo endlich auf die Fähre rollen.
Nach der Schlägerei auf dem Campingplatz vor Athen und dem Autounfall in Ireon, werden wir schließlich Zeuge eines blinden Passagiers. Die Sicherheitsleute leuchten die Achsen eines jeden LKWs aus, bevor dieser auf die Fähre darf. Bei einem dann wird es kurzzeitig etwas lauter und zum Vorschein kommt ein Junge, der wenig später weggebracht wird. Wer sich dieser Gefahr aussetzt, sich auf die Achsen/Reifen eines LKWs zu legen und auf diese Weise auf die Fähre zu holpern, wird sehr gute Gründe für sein Handeln haben und sollte m.E. nicht noch zusätzlich bestraft werden…
Fietje bekommt von alledem nichts mit. Pünktlich um 22 Uhr schläft er auf meinem Arm ein und lässt sich von nichts stören. Mit einer Stunde Verspätung legt die Fähre ab, zunächst geht es in Richtung Korfu. Wir erkunden derweil unsere Kabine, essen eine Kleinigkeit im Bordbistro, erkunden das Deck und bestaunen von dort aus schließlich Korfu – eine wirklich schöne Insel!
Nach einer heißen Dusche versuchen wir ein wenig Schlaf zu bekommen, bevor wir in wenigen Stunden in Brindisi von Bord gehen können. Die voraussichtliche Ankunftszeit ist 8 Uhr. Fietje öffnet einmal kurz die Augen, als wir ihm den Schlafsack anziehen, lächelt uns an, und schläft direkt wieder selig ein.
Um 6.30 Uhr holpert es plötzlich in der Kabine. Es wird still. Da scheinen wir wohl etwas falsch verstanden zu haben, das Schiff hat offensichtlich doch früher angelegt. Fix ziehen wir uns und Fietje an, packen unsere Sachen und verlassen die Kabine in Richtung Rezeption. Dort angelangt, müssen wir allerdings feststellen, dass wir uns wohl getäuscht haben. Wir befinden uns weiterhin auf hoher See. Die plötzliche Stille resultiert aus der Klimaanlage, die ausgefallen ist 😄. So kommen wir zumindest in den Genuss des Sonnenaufgangs mitsamt Kaffee und Schokocroissant.
Pünktlich um 8 Uhr italienischer Zeit rollen wir von der Fähre und bestaunen das wahnsinnig hässliche Brindisi. Also schnell weiter in Richtung Bari! Auf zu neuen Abenteuern!
Euch wünschen wir einen guten Start in die neue Woche ❤️

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