Von nun an bitte ohne mich

… dachte sich anscheinend mein Fahrrad und ließ sich von einem Unbekannten aus den Fesseln befreien… Adíos treuer Freund!

Der gestrige Besuch am Womo gestaltete sich als kleine Überraschung. Ich freute mich, dass es noch stand und kein Fenster demoliert war – bis Papa sagte, „und, die Fahrräder sind auch noch da?“ Ich riskierte einen Blick hinter das Womo und war entsetzt, mein Rad fehlte. Papa dachte, ich wollte ihn auf den Arm nehmen. Sein Rad hatten sie in der Eile anscheinend nicht so schnell aus der Verankerung bekommen. Meins war auf jeden Fall nicht mehr da, ebenso wenig wie unser völlig neuer faltbarer Fuxtec Bollerwagen, mit dem wir unser Hab und Gut im Juni von unserer Wohnung zum Womo transportiert hatten und der mittlerweile überall ausverkauft ist :(. Etwa 7000 km haben die beiden uns treu begleitet; nun steht Papas Rad ganz einsam und allein auf dem Träger. Zum Glück hatten wir Papas Surfbrett im Womo gelagert, sonst würde das nun wahrscheinlich ebenso fehlen.

So kam es also, dass wir die nächsten 2 Stunden auf dem Polizeirevier zubrachten, um eine Anzeige zu erstatten. Das war wirklich ein Erlebnis. Ein Polizist, der nicht nur mehrere Sprachen beherrscht, sondern auch gleichzeitig Whats App-Nachrichten tippen, ein Fußballspiel im TV (gegenüber vom Schreibtisch) verfolgen, Anrufe entgegennehmen, mit den Kollegen feixen und unsere Anzeige aufnehmen konnte. Und dabei auch noch total nett und lustig rüberkommt. Ein wenig Unverständnis ernteten wir allerdings, als Papa Fietjes Blick vom TV löste, obwohl der freundliche Polizist extra für ihn zur Muppet Show umgeschaltet hatte :).

Unseren Plan, in unser Lieblingsrestaurant vom letzten Jahr zu gehen, ließen wir uns dennoch nicht nehmen. Nach einem längeren Fußmarsch erblickten wir das Méson Andaluz und ergatterten sogar noch einen kleinen, romantischen Tisch im Freien. Leider mussten wir jedoch feststellen, dass wir nicht mehr ganz so begeistert waren wie noch im vergangenen Jahr. Einzig das Dessert (Erdbeersuppe und Ingwer-Schoko-Mousse) hat uns wieder umgehauen. Die Rechnung dann auch ein kleines bisschen, aber dass es hier nicht ganz so günstig war, erinnerten wir noch dunkel. Und nach den vorangegangenen Ereignissen des Tages waren wir so schnell nicht zu erschüttern.

Relativ zeitig, sprich direkt nach dem Essen fielen wir ins Bett, um am heutigen Samstag ebenso zeitig, sprich gegen 7 Uhr aufzustehen. Schließlich wollte ich herausfinden, ob der Name Feira das Ladras (Markt der Diebe) weiterhin Gültigkeit besitzt und ging pünktlich zum Aufbau um 8 Uhr mit Fietje dorthin, um mein Rad wiederzufinden. Leider jedoch ohne Erfolg. Dafür fühle ich mich wieder wie auf Samos. Wir werden mit Geschenken überschüttet. So bekam Fietje von einem netten Händler ein Auto geschenkt, einen 1er-BMW in Miniaturausgabe. Fahrrad weg, dafür ein neues Auto ;). Man scheint ihm sein Alter anscheinend nicht anzusehen. Gestern bekam er im Minimarkt ein Kaugummi geschenkt… – für seine 2 Zähnchen ;).

Den restlichen Samstag verbrachten wir zunächst auf der Couch und später bei einem Spaziergang durch unser Viertel – nachdem wir kurz beim Womo nach dem Rechten gesehen hatten und zum Glück diesmal alles okay war.

Morgen stehen gleich mehrere Ereignisse an – von Papas Geburtstag bis hin zu Fietjes erstem Flug. Das erste Mal seit Fietjes Geburt werden wir für mehr als 24 Stunden voneinander getrennt sein… Während wir fliegen, überquert Papa wahrscheinlich gerade mal die Grenze zu Spanien. Mal sehen, wann er, die Hunde und das Womo Deutschland erreichen werden… Daher lest ihr frühestens erst wieder am Montag oder Dienstag von uns, dann aus good old Germany.

Bis dahin Euch allen eine gute Nacht, einen schönen Sonntag und guten Start in die neue Woche!

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